Mittelohr-Verletzung beim Hund: Ursache, Symptome & Behandlung

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Hunde sind wie Kinder und wenn die lieben Vierbeiner leiden, dann leiden wir mit. Da wollen wir natürlich so gut es geht alles dafür tun, dass sich das Leiden schnell wieder verzieht und die Hunde wie zuvor fröhlich über die Wiesen tollen. Eine gute Beobachtung des Tieres ist dafür unablässig.

Erste Anzeichen für eine Ohrenentzündung beim Hund: Symptome frühzeitig erkennen

Eine Ohrenentzündung (Otitis) beim Hund kann schmerzhaft, unangenehm und unbehandelt sogar chronisch werden. Deshalb ist es wichtig, erste Warnsignale möglichst früh zu erkennen und richtig zu deuten. Da Hunde nicht direkt mitteilen können, dass ihnen etwas weh tut, ist die Beobachtung des Verhaltens und äußerer Merkmale entscheidend. Hier findest du die häufigsten Frühsymptome, auf die du achten solltest:

1. Häufiges Kratzen am Ohr
Eines der ersten Anzeichen für eine Reizung oder Entzündung ist, wenn dein Hund sich auffällig oft am oder hinter dem Ohr kratzt – meist einseitig, manchmal aber auch beidseitig. Das ständige Kratzen kann die Haut zusätzlich reizen und kleine Verletzungen verursachen.

2. Kopfschütteln oder Schiefhalten des Kopfes
Wenn dein Hund ständig mit dem Kopf schüttelt oder den Kopf schräg hält, liegt oft eine Irritation im Ohr vor. Dieses Verhalten zeigt, dass dein Tier versucht, etwas Unangenehmes loszuwerden – etwa Flüssigkeit, Druck oder Juckreiz.

3. Rötungen und Schwellungen im Ohrinneren
Beim vorsichtigen Blick ins Ohr fällt häufig eine gerötete, entzündete Haut im Gehörgang auf. Manchmal ist auch eine Schwellung sichtbar. Gesunde Hundeohren sind rosig und sauber – stark gerötete oder angeschwollene Ohren sind daher ein deutliches Warnsignal.

4. Unangenehmer Geruch aus dem Ohr
Ein süßlich-fauliger oder säuerlicher Geruch aus dem Ohr kann auf eine beginnende Entzündung hinweisen – insbesondere, wenn er plötzlich auftritt. Der Geruch entsteht durch Bakterien, Hefepilze oder andere Keime im feuchten Ohrmilieu.

5. Ausfluss oder Verkrustungen
Brauner, gelber oder eitriger Ausfluss im Ohr, oft verbunden mit Krümeln, Belägen oder verkrustetem Sekret, deutet auf eine übermäßige Reaktion der Ohrschleimhaut hin. Auch trockene Schuppen oder feuchte Stellen können vorkommen.

6. Überempfindlichkeit beim Berühren
Wenn dein Hund abweisend oder schmerzempfindlich reagiert, sobald du das Ohr berührst oder untersuchst, liegt wahrscheinlich bereits eine Reizung oder Entzündung vor. Manche Hunde zucken, fiepen oder ziehen den Kopf weg – ein klares Zeichen von Unwohlsein.

7. Verändertes Verhalten oder allgemeine Unruhe
Neben den sichtbaren Anzeichen zeigen viele Hunde Verhaltensänderungen: Sie wirken gereizt, ziehen sich zurück oder sind unruhiger als sonst. Manche schlafen schlechter, andere fressen weniger oder lecken sich vermehrt die Pfoten – eine unspezifische, aber häufige Stressreaktion.

Wie entsteht die Entzündung?

Durch kleine Verletzungen im Ohr, beispielsweise durch Kratzen oder kleine Kämpfe unter Hunden. Bakterien und Pilze mögen es warm und feucht. Entsteht eine Wunde innerhalb des Gehörgangs, tritt Wundsekret aus, von dem sich Bakterien und Pilze ernähren können.

Vor allem bei Hunden mit Hängeohren oder viel Ohrbehaarung herrscht eine schlechte Belüftung und die Wärme hält sich gut. Auch Allergien, zum Beispiel gegen bestimmte Lebensmittel können Auslöser für Ohrentzündungen sein. Hunde, die gerne baden gehen, haben feuchte Ohren. Gekoppelt mit Wärme ergibt das einen herrlichen Brutplatz für Parasiten.

Ohrentzündungen

Bei der Entzündung des Ohrs, wissenschaftlich „Otitis“, unterscheidet man drei Schweregrade:

  1. Die Entzündung des äußeren Gehörgangs (das heißt Ohrmuschel und -knorpel bis Anfang Trommelfell)
  2. Entzündung des Mittelohrs (Trommelfell, Gehörknöchelchen und Ohrtrompete, welche die Verbindung zum Nasen-Rachen-Raum darstellt) und
  3. Die Entzündung des Innenohrs (Gleichgewichtsorgan!)

Nummer zwei und drei sind schon schwerwiegende Entzündungsstadien mit folgenreichen Konsequenzen! Am häufigsten ist die Entzündung des äußeren Gehörgangs vertreten. Da dieser deutlich länger ist als bei uns Menschen zum Beispiel, stehen die Chancen gut, bei rechtzeitiger Behandlung ein Fortschreiten zu vermeiden.

Achtung Ohrenmilben

Vor allem junge Hunde neigen zur Infektion mit Ohrenmilben. Diese Parasiten verursachen starkes Jucken und das darauffolgende Kratzen führt zu kleinen Verletzungen im Ohr, die wiederum eine Entzündung auslösen können.

Ohrenmilben sind zudem sehr ansteckend, weshalb eine schnelle Behandlung von großem Vorteil ist, um andere Tiere und auch sich selbst zu schützen. Kruste im Ohr und braun-schwarzer Ohrenschmalz sind Hinweise auf die Parasiten. Eine eindeutige Diagnose kann aber erst durch eine mikroskopische Untersuchung gemacht werden.

Für diese nimmt der Tierarzt einen Abstrich aus dem Ohr und legt sich die Probe unters Mikroskop. Dabei sieht er erstens, ob tatsächlich Milben vorhanden sind und zweitens, um welche Art es sich dabei handelt.

Die Therapie startet meist mit einer sorgfältigen Reinigung der Ohren und wird durch Medikamente ergänzt. Dabei wird vor allem auf Milben tötende und Juckreiz lindernde Salben zurückgegriffen.

Trockene versus feuchte Ohrentzündung

Bei der trockenen Ohrentzündung ist vor allem der äußere Bereich des äußeren Gehörgangs befallen. Die Innenseite der Ohrmuschel ist rot bis dunkelrot, die Haut geschwollen und es ist eine schuppige oder wachsähnliche Substanz zu sehen. Im fortgeschrittenen Stadium fängt das Ohr auch an zu stinken. Handelt es sich nur um eine leichte Entzündung, kann das Streicheln der Ohren sehr beruhigend und angenehm auf den Hund wirken. In späteren Stadien ist dies eher unangenehm bis schmerzhaft.

Bei der feuchten Ohrentzündung ist der äußere Gehörgang schon im inneren Bereich, das heißt also bis an die Trommelfellgrenze, befallen. Das Ohr ist innen feucht und es bildet sich Eiter, was auf eine große Anzahl an Bakterien hindeutet. Manchmal kann auch die Ohrmuschel gerötet und geschwollen sein.

Wenn sich die Entzündung chronifiziert, kann es zu Verdickungen und Wucherung im Gehörgang kommen. Das Trommelfell kann reißen (bei einer Mittelohrentzündung) und dadurch den Weg frei ins Innenohr machen. Ist erst das Innenohr mit dem darin liegenden Gleichgewichtsorgan betroffen, kommt es zu Gleichgewichtsstörungen bei den Hunden. Diese schwerwiegenden Formen der Ohrentzündung können im schlimmsten Fall bleibende Schäden verursachen.

Behandlung und Vorbeugung

Lokal werden vor allem Lotionen, Salben und Tropfen eingesetzt, die die Parasiten abtöten und Juckreiz mildern. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Therapie auch bis zum Schluss durchgezogen wird. Eine Verbesserung wird recht schnell eintreten, trotzdem müssen die Arzneien weiter gegeben werden. Ansonsten besteht ein hohes Risiko für einen Rückfall.

Vorbeugend regelmäßig die Ohren kontrollieren und diese reinigen. Bei der Säuberung bitte keine Wattestäbchen verwenden, da diese den Schmutz nur weiter in den Gehörgang schieben und sich Pfropfen bilden können. Stattdessen den Finger mit einem feuchten Tuch umwickeln. Bei Hunden mit besonders vielen Haaren im Ohr diese möglichst regelmäßig entfernen. Somit ist eine bessere Ventilation gewährleistet. Nach dem Baden die Ohren trocknen, um erst gar kein feuchtwarmes Milieu entstehen zu lassen.

Kolloidales Silber

Wer ungern chemische Medikamente einsetzen möchte, kann auf die Alternative Kolloidales Silber zurückgreifen. Es handelt sich hierbei um ein alternatives Arzneimittel, das Bakterien nicht einfach tötet, sondern sich auf deren Zellmembran (also die Zellhaut) setzt und deren Atmung verhindert. Es unterbricht die Atmungskette und die Bakterien ersticken und sterben dadurch ab.

Somit entsteht auch keine Resistenz gegen Kolloidales Silber, wie es bei anderen Antibiotika häufig der Fall ist. Kolloidales Silber ist nicht nur wirksam gegen Bakterien, sondern wird mittlerweile auch erfolgreich gegen Pilze, Viren und Parasiten eingesetzt. Natürlich wirkt es bei den anderen Arten auf eine andere Art und Weise, aber das Prinzip bleibt gleich.

Kein aggressives Abtöten des Schädlings, sondern die Unterbrechung eines natürlichen, lebensnotwendigen Prozesses. Es gibt Tropfen und Salben, in denen das Kolloidale Silber enthalten ist. Am besten lassen Sie sich dafür von Ihrem Tierarzt beraten.

Fazit: Mittelohrverletzungen beim Hund früh erkennen und richtig behandeln

Eine Mittelohrverletzung beim Hund ist keine harmlose Angelegenheit, sondern eine ernste gesundheitliche Störung, die umgehend tierärztlich abgeklärt werden sollte. Das Mittelohr liegt anatomisch zwischen Trommelfell und Innenohr und enthält empfindliche Strukturen wie die Gehörknöchelchen und die Verbindung zur Ohrtrompete. Ist dieser Bereich verletzt oder entzündet, können Schmerzen, Hörbeeinträchtigungen und Gleichgewichtsstörungen die Folge sein – teils mit langfristigen Auswirkungen auf die Lebensqualität des Tieres.

Typische Symptome wie anhaltendes Kopfschütteln, Kopfneigung, Taumeln, Berührungsempfindlichkeit oder unangenehmer Geruch aus dem Ohr sollten daher niemals ignoriert werden. Auch chronische oder unbehandelte Ohrenentzündungen können zu einer Mittelohrbeteiligung führen und im schlimmsten Fall das Innenohr in Mitleidenschaft ziehen.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache: Bei bakteriellen Infektionen kommen meist antibiotische Ohrentropfen oder systemische Medikamente zum Einsatz. Ist das Trommelfell betroffen, sind weiterführende Untersuchungen – etwa durch Otoskopie oder bildgebende Verfahren – erforderlich. In schweren Fällen kann auch ein operativer Eingriff notwendig sein.

Eine gute Prognose hängt stark davon ab, wie früh die Verletzung erkannt und behandelt wird. Hunde mit gut versorgter Mittelohrverletzung erholen sich meist vollständig – während verzögerte oder unsachgemäße Therapie das Risiko für dauerhafte Schäden erhöht.

Daher gilt: Regelmäßige Ohrenpflege, Aufmerksamkeit für Verhaltensveränderungen und schnelles Handeln bei ersten Anzeichen sind der beste Schutz vor einer ernsthaften Mittelohrproblematik. Wer die Warnsignale seines Hundes kennt und ernst nimmt, trägt aktiv zu seiner Gesundheit und seinem Wohlbefinden bei.________________________________________

Tipp: Regelmäßige Kontrolle und Pflege der Hundeohren – besonders bei Rassen mit Hängeohren oder enger Ohrform – kann helfen, Entzündungen frühzeitig zu verhindern. Verwende dafür geeignete Ohrreiniger und achte auf eine gute Belüftung des Gehörgangs.


Bildnachweis: © Fotolia – Lindsay_Helms

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